Pen and Paper Rollenspiel

Pen and Paper Rollenspiel

Beim Pen and Paper Rollenspiel handelt es sich um ein Rollenspiel bei dem fast immer die namensgebenden Stifte (engl.: pen) und Papier (engl.: paper) als Hauptspielmittel zum Einsatz kommen, da die Werte der einzelnen Spielcharaktere auf sogenannten Charakterbögen festgehalten werden. Außerdem werden Papier und Stift für Notizen zum Spielverlauf genutzt. Ebenfalls unter „Papier” fallen Materialien wie Handbücher und Beschreibungen von Spielewelten. Um in das Rollenspiel ein Zufallselement hereinzubringen sind Würfel ein ebenfalls oft genutztes Hilfsmittel.

Meist wird das Pen & Paper Rollenspiel von einem Spielleiter geleitet, der in der Regel über keinen eigenen Spieler-Charakter verfügt. Der Spielleiter steckt den Handlungsrahmen ab und entscheidet über die Schauplätze und auftretende Ereignisse. Er nimmt die Rolle des Erzählers ein. Die NPCs werden ebenfalls vom Leiter gesteuert. Bei Interaktionen der Spieler untereinander nimmt er zudem die Rolle des Moderators bzw. des Schiedsrichters ein. Im Rahmen der vom Regelwerk vorgegebenen Grenzen sowie der vom Spielleiter festgelegten Situation treffen die Spieler ihre Entscheidungen und lassen ihre Spieler-Charaktere handeln. Das Regelwerk legt fest, ob und unter welchen Bedingungen die Handlungen des Spielers, z.B. der Sprung über einen breiten Graben, erfolgreich ist oder fehlschlägt. Der Spielleiter achtet auf die Einhaltung der Regeln.

Die Anfangssituation wird den Spielern vom Spielleiter geschildert. Auf Grundlage dieser Situation schildern die Spieler die Aktionen ihrer Spielcharaktere. Der Spielleiter legt dann wiederum fest, wie das Umfeld auf die Spieleraktionen reagiert und welche unerwarteten Ereignisse eventuell auftreten. Auf diese Art und Weise ensteht im Dialog zwischen Spielern und Spielleiter eine Geschichte, die auf den einzelnen Aktionen und Reaktionen beruht.

Die Unterhaltungen der Spielcharaktere untereinander und mit NPCs, deren Part vom Spielleiter übernommen wird, werden oftmals in wörtlicher Rede gestaltet und teilweise auch schauspielerisch untermalt. Die Schauspielerei beschränkt sich aber im Unterschied zu den dt.: Live-Rollenspielen auf die Gespräche.

Bei einigen wenige, regelarmen Rollenspielen wird auf Rolle des Spielleiters verzichtet. Hier übernehmen alle Spieler zusammen die Rolle des Erzählers.

Pen & Paper Rollenspiele verwenden meist ein Regelsystem, dass je nach Spielsystem sehr umfangreich sein kann und mehrer Handbücher erfordert. Die Regeln dienen mehreren Zwecken:

  • Die Stärken und Schwächen der Charaktere in Bezug auf die Spielwelt werden definiert. Meist erfolgt dies über die Festlegung numerischer Werte für diverse Eigenschaften und Fertigkeiten der einzelnen Charaktere.
  • Durch sie wird das Zufallselement (meist der Würfelwurf) als Spannungsmittel ins Spiel gebracht.
  • Sie legen fest, wie ermittelt werden kann, ob ein Charakter bei einer bestimmten Aktion erfolgreich ist oder nicht. Dazu wird meist unter Berücksichtigung modifizierender Faktoren die Schwierigkeit der Aktion mit den Eigenschaften bzw. Fertigkeiten des Charakters verglichen.
  • Das Ausscheiden eines Charakters aus dem Spiel z.B. durch den Tod wird ebenfalls festgelegt.

Zur besseren Übersicht und da sich die Werte im Laufe des Spiels in der Regel ändern können werden die Werte für die diversen Eigenschaften und Fertigkeiten der Charaktere mit Bleistift (pen) auf Papier (paper) festgehalten.

Die Pen and Paper Rollenspiele haben kein vordefiniertes Ende. Die Geschehnisse lassen sich immer weiter fortsetzen, so dass theoretisch eine endlose Geschichte entstehen kann. Allerdings wird das Spiel meist in einzelne Abenteuer untergliedert, an deren Ende das Erreichen eines bestimmten Ziels — das Lösen einer Quest — steht. Bilden einzelne Abenteuer eine größere Geschichte — außer der Tatsache, dass es immer um die selbe Heldengruppe handelt — so bilden die Abenteuer zusammen eine sogenannte Kampagne.


 
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